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Wasserrettungsdienst

So viele Todesfälle wie seit 2003 nicht mehr: DLRG zählt 99 Ertrunkene im Juni und mahnt insbesondere Männer zu mehr Vorsicht!

Veröffentlicht: 12.07.2026
Autor: Steffen Schulze
Thüringer Rettungsschwimmer im Einsatz an der Ostsee. [Quelle: DLRG Thüringen]

Im Juni sind in Deutschland mindestens 98 Menschen ertrunken. So viele tödliche Unglücke in diesem Monat registrierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) seit 2003 nicht mehr. Mit Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern ruft die DLRG dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen und umsichtig zu handeln.

Zuletzt registrierte die DLRG im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Personen mehr Todesfälle in Gewässern im Monat Juni. „Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten“, sagt DLRG Präsidentin Ute Vogt.

35 Verunglückte bekannten Alters waren über 50 Jahre alt. Die meisten Opfer waren jedoch junge Menschen: 40 Personen waren nicht älter als 30 Jahre. „Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich; unter den jungen Leuten sogar alle“, berichtet Ute Vogt, und fügt hinzu: „Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten. Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen – aber das Leben zu verlieren.“

Meiste Opfer in Seen und Flüssen

Die Auswertung der tödlichen Unfälle im Juni in den Gewässern zeigt weiterhin bekannte Muster beim Unfallgeschehen: Viele Menschen unterschätzen Gefahren, vor allem Strömungen und den Temperaturunterschied beim übereifrigen Gang oder Sprung ins Wasser. Hinzu kommen fehlendes Schwimmvermögen, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.

Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen. Dort kamen 55 Menschen ums Leben. Weitere 21 Personen ertranken in Flüssen. Jeweils sechs Todesfälle verzeichnete die DLRG in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen.

Richtige Verhaltensweisen für mehr Sicherheit

Die DLRG mahnt zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Sommerwochen. Wer sich an einfache Regeln hält, senkt das Unfallrisiko erheblich:

  • Nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen
  • Nie überhitzt ins Wasser springen – vorher abkühlen
  • Nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen
  • Strömungen und unbekannte Gewässer meiden
  • Die eigene Leistungsgrenze realistisch einschätzen
  • Kinder immer beaufsichtigen
  • Umsichtig sein und beim Baden auf seine Mitmenschen achten
  • Beim Paddeln, Surfen oder Bootfahren eine Schwimmweste tragen
  • Genug Wasser trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen

Tödliche Ertrinkungsfälle im Juni 2026 nach Bundesländern

(Vorjahreswert in Klammern)

 

Baden-Württemberg: 13 (7)

Bayern: 21 (22)

Berlin: 6 (3)

Brandenburg: 3 (4)

Bremen: 1 (3)

Hamburg: 1 (2)

Hessen: 6 (4)

Mecklenburg-Vorpommern: 6 (2)

Niedersachsen: 8 (5)

Nordrhein Westfahlen: 22 (12)

Rheinland-Pfalz: 4 (2)

Saarland: 0 (0)

Sachsen: 3 (1)

Sachsen-Anhalt: 1 (1)

Schleswig-Holstein: 4 (1)

Thüringen: 0 (0)

 

Autor: Martin Holzhause

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